© Haßbergverein 1928

 

Naturnahe Wanderwege in Gefahr

 

Der Deutsche Wanderverband (DWV) beklagt den bundesweiten Verlust von naturnahen Wanderwegen mit verheerenden Folgen für die Natur. Auch vor unserer Haustür schwinden die Pfade und naturnahen Wege.

 

DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß: „Quer durch die Republik kritisieren die unter dem Dach des DWV organisierten Wandervereine und Landesverbände mit rund 600.000 Mitgliedern zunehmend den Verlust naturnaher Wanderwege. Für den Natur- und Klimaschutz ist dies verheerend, denn naturnahe Wege fördern die biologische Vielfalt. Diese Pfade sind wichtige Brücken in Biotopverbundsystemen. Die zunehmende Asphaltierung und Verbreiterung von Wegen, die uns von unseren Mitgliedern gemeldet wird, führt zu mehr Zerschneidung von Landschaftsräumen. Asphaltierte Böden nehmen Nährstoffe und Regen nicht mehr auf.“

 

Gründe

Doch wieso verschwinden die kleinen Pfade und einfache Feldwege in diesem Ausmaß? Kritisch zu sehen ist in diesem Zusammenhang, dass die Ansprüche der Wanderer oft zugunsten anderer Nutzungsarten hintenangestellt werden. Wenn beispielsweise Radwege über Wanderwege geführt werden, werden diese häufig asphaltiert. Eine weitere Ursache sind einstige Feldwege, die ausgebaut und häufig ebenfalls asphaltiert werden. Selbst bisher naturnahe Fußwege in oder am Rande von Ortschaften bekommen zunehmend eine Schotter- oder gar Asphaltdecke. Dazu kappen vielerorts neue Umgehungsstraßen Feld- und andere Freizeitwege-Verbindungen. Schließlich hat die Entwicklung anspruchsvoller Maschinentechnik in Land- und Forstwirtschaft immer breitere, zunehmend geschotterte Wege zur Folge. Ehemalige Forstwege werden außerdem vermehrt in zum Teil gigantische Forststraßen umgebaut.

 

Die Folgen

„Diese Entwicklung schadet der Natur und behindert das Bedürfnis von rund 40 Millionen Menschen allein in Deutschland nach gesundheitsförderlicher und gelenkschonender Bewegung beim zu Fuß gehen. Darüber hinaus gefährdet der Verlust naturnaher Wege den Qualitätstourismus, da Zertifizierungen etwa von Qualitätswegen erschwert werden und gerade dem ländlichen Raum Leuchtturmprojekte verloren gehen, mit denen er andernfalls für sich werben könnte.“ So DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß.

Auch vor unseren Haustüren macht diese Entwicklung keinen Halt. Im Naturpark Haßberge verlaufen zahlreiche Wanderwege, die direkt davon betroffen sind. Allein in den letzten 3 Jahren war auf dem nach den Kriterien des DWV zertifizierten Qualitätsweg Burgen und Schlösser-wanderweg auf knapp 2 km seiner Route eine Verschlechterung der Wegesituation zu verzeichnen. Für die Erlebnistouren des Naturpark Haßberge e.V. und die zahlreichen Touren der lokalen Wandervereine fehlen leider die Daten, doch eines ist klar, naturnahe Wege werden immer seltener und wer einen solchen Weg noch bei sich findet sollte ihn wertschätzen.

Wandern ist Umweltschutz

Die Bedeutung des Wanderns als umwelt- und klimaverträgliche Kernaktivität sollte hierbei nicht außer Acht gelassen werden. Naturnahe Wege und vor allem die Natur selber schaffen das Fundament des Wandertourismus, der für Einheimische wie für Gäste aus dem Ausland von großer Bedeutung ist. 13 Prozent aller ausländischen Gäste wandern während ihres Deutschland-Urlaubs. Damit ist Wandern die beliebteste sportliche Aktivität von Deutschlandurlaubern – vor Radfahren (11 Prozent) und Schwimmen (5 Prozent).

Der Wandertourismus ist außerordentlich umwelt- und klimaverträglich. Das gilt vor allem dann, wenn die Urlauber im Inland bleiben und wenige oder keine Emissionen auf dem Weg zur Urlaubsdestination verursachen. Dies gilt besonders für Tagesausflügler oder Kurzurlauber. Dank der mit dem Naturschutz abgestimmten Wanderinfrastruktur, leisten die DWV-Mitgliedsvereine, wie der Haßbergverein und seine Ortsgruppen, sowie der Röhnklub Bad Königshofen im Naturpark und darüber hinaus mit jedem Kilometer markierten Wanderweg umfangreiche Arbeit im Dienst der Besucherlenkung. Damit werden wertvolle Biotope geschützt und gleichzeitig tolle Landschaftsräume erlebbar. Nicht zuletzt sensibilisiert das Wandern die Menschen nachgewiesenermaßen für die Belange des Umwelt- und Klimaschutzes. So wird im Großschutzgebiet des Naturpark Haßberge zukünftig die Naturpark Rangerin in ihren öffentlich zugänglichen Wanderangeboten Natur- und Kulturerlebnisse vermitteln, bei denen die Zusammenhänge von Mensch, Natur, Klima und dessen Auswirkungen sichtbar werden. Nachhaltiger Tourismus bedeutet, diese Infrastruktur zu sichern. Dazu gehört auch der Erhalt naturbelassener Wege, die neben einer hohen Freizeitqualität für die Biodiversität gerade im ländlichen Raum besonders wichtig sind.

Mit dem Bekenntnis zur Förderung der nachhaltigen und naturnahen Wanderinfrastruktur sollte verbunden sein, dass die nachhaltige Sicherung von Wanderwegen zu einer Pflichtaufgabe im Tourismus und den davon profitierenden Gemeinden wird. Dafür setzt sich der Haßberge Tourismus e.V. bereits ein: Das Lebensraumkonzept zur freizeit-touristischen Entwicklung wurde im vergangenen Jahr konzeptionell verabschiedetet und beinhaltet eine Nachhaltigkeitsstrategie, zu der unter anderem die Umsetzung und der Erhalt von Naturwegen gehört. Der Naturpark Haßberge e.V. setzt sich ebenfalls für den Erhalt unserer einmaligen Natur- und Kulturlandschaft ein und hofft, dass naturnahe Wege ihre Wertschätzung und Daseinsberechtigung auch für zukünftige Generationen behalten.

 

​Neuigkeiten

Steht der Haßberghauptverein vor dem Aus?

 

Nur zwei Mitglieder stehenzur Wiederwahl für den
Vorstand bereit. Im März gibt es in Ebern
eine Sondersitzung.
Baunach – Wenn kein Wunder geschieht,
wird es den Haßberghauptverein (HBV) 90 Jahre nach seiner Gründung nicht mehr geben, wie bei der Jahreshauptversammlung im Obleyhof am Sonntag zu erfahren war. Von der bisherigen Vorstandschaft waren nur noch zwei Mitglieder zur Wiederwahl bereit. Nach ausgiebiger Debatte wurde beschlossen, am 29. März in Ebern eine Sonderausschusssitzung abzuhalten, um notfalls den Haßberghauptverein aufzulösen. Wenn die Auflösung beschlossen werden sollte, folgt dann eine Auflösungsversammlung. Dem Hauptverein gehören neben den Ortsvereinen auch die Landkreise Haßberge, Bamberg, Schweinfurt, Rhön-Grabfeld und der Naturpark
Haßberge an. Zur Versammlung in Baunach kamen 54 Mitglieder aus 13 Ortsvereinen. Die Begrüßung erfolgte durch 2. Vorsitzenden Hans Peter Beck, dem die Grußworte des örtlichen Wanderclub Baunach durch 1. Vorsitzenden Michael Bolibruch folgten, der über den Verlauf des geschichtsträchtigen Ortes an der Baunach berichtete. Dem Grußwort des Hauptvereinsvorsitzenden
Norbert Schmucker folgten Ausführungen des Geschäftsführers des Naturparkes Haßberge, Winfried Seufert. Dieser berichtete, dass der Naturpark Haßberge ein „Naturpark-Haus“ einrichten will und Anfang des Jahres eine Rangerin angestellt wurde und ein zweiter
Ranger noch folgen soll. Aufgaben der Rancher ist Umweltbildung und Aufklärung im Rahmen des Naturschutzes im Naturpark. Seufert forderte alle Umweltvereine und Naturliebhaber auf, die Ranger zu kontaktieren und ihr Wissen „anzuzapfen“.
So wie bei den Ortsvereinen Jesserndorf und Baunach sollen auch dieses Jahr wieder verschiedene Projekte gestartet werden. Abschließend dankte der Geschäftsführer allen Wegewarten und -prüfern für die Zusammenarbeit bezüglich des Qualitätsweges „Burgen- und Schlösserweg“, wofür Anfang Januar der Naturpark in Stuttgart ausgezeichnet wurde.

 

Mut zum Naturschutz

 

 

Erster Vorsitzender Norbert Schmucker ging nochmals auf das Wanderjahr 2019 ein, bei dem das 50-jährige Bestehen des HBV Reckendorf sowie weitere Feste im Fokus standen. Die Berichte der Fachwarte wurde von Hauptnaturschutzwart Hans Peter Beck eröffnet, der ebenfalls wie der Hauptvereinsvorsitzende Schmucker seine Ausführungen in den Naturschutz beim Bau in den
Gemeinden lenkte. Er forderte die örtlichen Naturschutzwarte auf, Mut zu zeigen, auch gegenüber den Gemeinden bei deren Planungen.

Hauptwanderwart Heinz Fausten hatte in seinem Programm hauptsächlich Berichte von Wanderungen.
Hauptwegewart Ludwig Eichler berichtete von den Wegeprüfungen am Veitenstein, in Ermershausen und
Jesserndorf, wo die Teilnehmer in Ermershausen ein besonderes Erlebnis hatten: Als der „Specht“ bewandert
wurde, geriet man auch nach Thüringen, wo in Schweickershausen gerade Plankirchweih gefeiert wurde.
Die Wanderfreunde waren von der Gastfreundschaft der Thüringer begeistert. Am Ende hatte der HBV Ermershausen klar die Nase vorn und bekam den Wegepreis 2019. Das HBV-Archiv wanderte vergangenes
Jahr von Ebern nach Baunach, wo es jetzt in der Vereinshalle des Wanderclubs Baunach untergebracht
ist.

 

 

​​​Hauptkulturwart Reinhold Schweda lenkt seinen Bericht
auf den „Friedrich-Rückert-Kulturpreis“, der 2019 an Georg Wild aus Baunach vergeben wurde. Der Kulturpreis wurde 1987 ins Leben gerufen und 2019 zum 31. Mal vergeben.
Geehrt wurden bisher Gruppen, Vereine, Ehepaare und Einzelpersonen, die durch ihre Arbeit und Wirken Herausragendes für die Wahrung und Förderung der Kultur im Gebiet der Haßberge geleistet haben. Der
„Friedrich-Rückert-Kulturpreis“ wurde in der Versammlung an Altbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Baunach übergeben, der auch Ehrenmitglied im Hauptverein ist.
Nach dem Kassenbericht von Schatzmeister Oskar Schüßler schlug Kassenprüferin Margot Sohn die Entlastung vor, die der gesamten Vorstandschaft
erteilt wurde.

Hilmar Hardt vom HBV Reckendorf gehört 50 Jahre dem Ortsverein an, den er lange Jahre führte. Dafür wurde er zum Ehrenmitglied des Hauptvereins gemacht. An Hauptwanderwart Heinz Fausten wurde die Goldene Vereinsnadel für Verdienste um den Hauptverein und seinem HBV Jesserndorf verliehen. Der Jugendpreis ging an Haßbergverein Reckendorf, der Naturschutzpreis an den HBV Rudendorf, der einen Speierling als Preis bekam.
Nachdem keine neue Vorstandschaft zu finden war, wurde die bereits genannte Sonderausschusssitzung im März in Ebern anberaumt.

 

Von Gerhard Schmidt Pressewart HBV

 

 

 

 

Download

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Zeitschrift:

Die Wanderzeit Ausgabe September

Geehrte Mitglieder

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Hilmar Hardt vom HBV Reckendorf gehört 50 Jahre dem Ortsverein an, den er lange Jahre führte. Dafür wurde er zum Ehrenmitglied des Hauptvereins ernannt.

 

An Hauptwanderwart Heinz Fausten wurde die Goldene Vereinsnadel für Verdienste um den Hauptverein und seinem HBV Jesserndorf verliehen.

 

 

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