Haßberg-Hauptverein ist Geschichte



1927 wurde er gegründet, nun wurde in den Frankenstuben in Ebern sein Ende beschlossen. Der Grund: Niemand will mehr Verantwortung im Vorstand übernehmen. Seit Sonntag gibt es keinen Haßberg-Hauptverein (HBV) mehr. Das beschlossen einstimmig die Ortsvereinsvertreter in den Frankenstuben in Ebern. Nachdem bereits der Hauptausschuss die Empfehlung zur Auflösung des 1927 gegründeten Heimatvereins abgegeben hatte, folgten nun auch die Mitglieder der Ortsvereine. Das allgemeine Fazit: Schade! Da sich jedoch nicht genügend Wander- und Heimatfreunde bereit erklärt haben, als Verantwortliche den HBV weiterzuführen, blieb der bisherigen Führung nichts anderes übrig, als die Auflösung anzustreben.


Die Versammlung leitete zweiter Vorsitzender Hans-Peter Beck, da Vorsitzender Norbert Schmucker erkrankt war. Beck erläuterte nochmals die Situation und gab den Tipp, dass sich die Ortsvereine einer neuen Dachorganisation, beispielsweise dem Steigerwald- oder Rhön-Klub, anschließen sollten. Nachdem das Ende des Haßberghauptvereins beschlossen war, übernahm Schatzmeister Oskar Schüßler das Wort und schlug Ehrenvorsitzenden Max Breitwieser, Vorsitzenden Norbert Schmucker, dessen Stellvertreter Hans-Peter Beck und seine Person als Liquidatoren vor, was von der Versammlung angenommen wurde. Schatzmeister Oskar Schüßler gab letztmals seinen Kassenbericht, der sehr positiv ausfiel. Neben Einnahmen in 2020 von 11 741 Euro und Ausgaben von 5933 Euro betrug der Kassenbestand am Ende des Jahres 20 675 Euro. Dieses Jahr bis zur Auflösung des Vereins gab es keine Einnahmen, nur Ausgaben. Somit hat der Verein ein Vermögen von 13 914 Euro. Margot Sohn und Ingrid Gehring prüften kürzlich die Kasse und bestätigten dem Schatzmeister eine gut geführte Vereinskasse. Damit stand der Entlastung des Vorstands nichts mehr im Wege.

Nach der Satzung des Hauptvereins muss bei einer Auflösung des Vereins das Vermögen speziell für Heimatschutz eingesetzt werden. Deshalb beschloss die Versammlung, das Restvermögen, wenn alles abgewickelt ist, den Ortsvereinen nach Mitgliederzahl zur Verfügung zu stellen.

Zurzeit ist das umfangreiche Archiv des Hauptvereins beim Wanderklub Baunach untergebracht. Hier erhielt der Wanderklub eine jährliche Entschädigung von 120 Euro. Nun soll versucht werden, das Archiv die nächsten zehn Jahre dort zu belassen. Hierfür erhält der Wanderklub 1200 Euro Vergütung. Wie zweiter Vorsitzender Beck erläuterte, sei es sinnvoll, aufgrund der Auflösung des Vereins etwas zu schaffen, das künftig wenigstens noch an diesen erinnere. Nach ausführlicher Diskussion soll nun angestrengt werden, auf der Bramburg einen Findling mit Gedenktafel, eine Baumgruppe und eine Sitzgruppe aufzustellen. Bramberg mit seiner Burgruine gilt als die Wiege des Haßbergvereins. Hierfür werden 500 Euro bereitgestellt. Somit erlebte der Dachverband des Haßbergvereins nicht mehr seinen 100. Geburtstag, der in wenigen Jahren angestanden hätte.


Gerhard Schmidt, 18.10.2021 - 17:11 Uhr


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